Wie Bernie Sanders Trump zum US-Präsidenten machte

Um es vorweg zu nehmen. Ich bin kein Gegner von Sanders, ganz im Gegenteil, hoffte ich doch, dass er einer der wenigen kompetenten US-Präsidenten werden würde. Vielleicht hätte demokratischer Sozialismus den USA gut getan.

„Die Unterstützer Sanders hatten nun einen wahren Hass auf Clinton.“

Um zu verstehen, wie es dazu kam, dass Sanders ungewollt Trump unterstützte, ist es nötig zurück zu blicken. Nachdem bereits viele Kandidaten der Demokraten weggebrochen waren, blieben zwei übrig, nämlich Sanders und Hillary Clinton. Nun, Sanders war beliebter als Clinton, was unvorstellbar war, schliesslich galt Clinton schon als nächste Präsidentin und man überlegte sich schon, welche Bezeichnung ihr Mann Bill nun erhalten sollte. Allerdings bestimmten nicht die Ergebnisse der Vorwahlen den Kandidaten, sondern die netten Damen und Herren Delegierten der Demokraten. Und wie ich gelesen habe (ich kann nicht dafür garantieren, dass es stimmt) floss Geld von Clinton an einige dieser Delegierten und deswegen wurde sie zur offiziellen Kandidatin ernannt. Im Grunde genommen ist es unwichtig, ob das wirklich passiert ist oder nicht. Denn was Fakt war: Sanders würde nicht Präsident werden. Entsprechend verärgert waren seine Unterstützer, die nun einen wahren Hass gegen Hillary Clinton hatten. Nebst dem, dass sie Sanders aus dem Rennen genommen hatte, gehörte sie auch zum Establishment, das es zu bekämpfen galt. Sanders selbst unterstützte diesen Kampf. Aber nun hatte er nichts mehr zu sagen. Natürlich schlug er vor, man solle Clinton wählen, aber seine Anhänger waren überhaupt nicht dieser Ansicht. Denn Clinton würde Stillstand bedeuten. Trump aber versprach gegen das Establishment vorzugehen. So schöpfte er Leute ab, die sonst Sanders gewählt hätten. Die Leute wollten Veränderung, die Clinton nicht versprach, dafür plädierte Trump dafür. Folglich wählten einige Amerikaner statt eines Linken einen Rechtsnationalisten. Und fast könnte man es verstehen (Obwohl das Verständnis schwindet, wenn man die Handlungen, die Trump bereits hinter sich gebracht hat begutachtet.).

bernie_sanders_august_2015

Sollte man Bernie Sanders dafür verantwortlich machen, dass Trump Präsident wurde? Nein. Unter gar keinen Umständen. Denn erstens gibt es keinerlei Beweise dafür (zumindest sind mir keine bekannt), dass Sanders-Anhänger in ausschlaggebender Zahl Trump gewählt haben. Und zweitens hat sich Sanders aktiv dafür eingesetzt, dass Clinton Präsidentin werden solle. Das Gefahrenpotential, das in Trump steckt hat er viel zu früh entdeckt, als dass er irgendein Interesse daran gehabt hätte, ihn als Präsident zu sehen.

Sanders hat versucht die USA zu revolutionieren. Es wundert mich nicht, dass es jemand versucht, vielmehr aber, dass es erst jetzt geschieht. Das Land wurde jahrzehntelang von einer Mitte-Rechts oder einer Rechts-Partei regiert, folglich ist die USA von einem Vorbild zu einem Schrottplatz geworden. Das ganze Land ist für den potentiell möglichen ‚American Dream‘ ausgelegt, zu dem es aber praktisch nie kommt. Entsprechen geht es den Armen schlecht und die Reichen haben Macht. Sanders setzte sich für die Rechte der Armen ein, für eine Krankenkasse. Er ist Gegner von Folter und Gegner des USA PATRIOTIC Act (der es erlaubt ‚Vorratsdatenspeicherung‘ durchzuführen). Unterdessen setzt er sich dafür ein, dass Nissan-Mitarbeiter in den USA zu einer Gewerkschaft kommen.

„Sanders hat Trumps Gefahrenpotential früh genug erkannt, um ihn nicht als Präsident haben zu wollen.“

Seit Jahrzehnten Versucht Bernie Sanders den Armen und dem Mittelstand zu helfen, wird dabei aber stets vom Establishment überrollt. So auch bei der Präsidentschaftswahl, als er zuerst von Clinton aus dem Rennen geworfen wurde und dann Trump Wähler abgegeben hat. Dass Clinton die Public-Vote für sich entschied war am Ende unwichtig und zeigt nur, dass das Elektionssystem der USA dringend Überarbeitung benötigt. Zusätzlich gehört das Zwei-Parteien-System abgeschafft, denn der Unterschied zum Ein-Parteien-System von China wird immer marginaler. Und das ist ganz sicher kein Kompliment an die Vereinigten Staaten von Amerika.

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