Motive und Interessen

Als leidenschaftlicher Krimi-Leser habe ich begonnen, Dinge im Alltag analytischer zu betrachten und das Motiv, die Interessen dahinter zu suchen. Vor allem auf Verschwörungstheorien und politische Strategien bezogen zeigt sich dies als durchaus nützlich und interessant und Prognosen verschiedenster Art werden präziser und weniger auf Gefühlen basiert, als viel mehr auf zu erwartete Interessen von Personen oder Gruppierungen oder anders gesagt auf Motive.

Häufig basieren Prognosen auf Fragen. Beispielsweise die Frage nach einer erneuten Kandidatur von Donald Trump 2020. Trump hat ganz sicher ein Motiv, dies zu tun. Er kann Verwandte und Freunde bevorteilen, auch seine eigenen Firmen und zusätzlich kann er ein Land so formen, wie er will. Nun kommt aber eine andere Interessengemeinschaft ins Spiel: die republikanische Partei. Haben diese Politiker ein Interesse daran, Trump eine weitere Amtszeit als Präsident zu halten? Unter Umständen schon. Aber Donald Trump hat oft genug gezeigt, wie unwichtig ihm die Zugehörigkeit zu einer Partei ist. Er ist keiner, der sich an Richtlinien hält, der sich sagen lässt, was er tun soll. Es ist wohl eher wahrscheinlich, dass die Republikaner einen Anderen aufstellen, wobei sich zum Beispiel Mike Pence, Trumps Vize, anbieten würde.

„Durch die Motivsuche lassen sich viele Verschwörungstheorien entkräften.“

Vor allem aber lassen sich durch die Motivsuche viele Verschwörungstheorien entkräften. Da gibt es natürlich zwei ganz zentrale, wirklich bekannt Theorien. Die erste ist die Mondlandung. Es gibt ganz verschiedene Argumente, wieso die Mondlandung nicht stattgefunden hat. Aber die Frage ist doch, wieso man das ganze fälschen musste. Die Sowjets waren technologisch völlig zurückgeblieben, ihre Mondrakete N1 explodierte am laufenden Band (nun ja, nicht ganz, so viele Exemplare wurden nicht gebaut) und die Proton, die man nutzen wollte, um zumindest den Mond zu umrunden galt auch nicht als zuverlässig (ist sie heute immer noch nicht). Zeitlich hatte man keinen Druck. Natürlich wäre es toll gewesen, hätte man in diesem Jahrzehnt landen können, um Kennedy ein Denkmal zu setzten. Und wäre es ganz und gar unmöglich, bemannt zum Mond zu fliegen (was man auch nicht selten liest, soll am Van-Allen-Gürtel liegen), dann hätte man sich doch gar nicht darauf eingelassen, sondern hätte sich mit den Sowjets um Pionierleistungen im Bereich der Raumstationen duelliert. Es gab kein Motiv, eine Mondlandung zu fälschen. Wäre es der Strahlung wegen unmöglich gewesen hätte man es nicht getan und der Druck auf die USA war durchaus gross, aber ganz sicher nicht zeitlich und so hätte man die Technologie weiter entwickeln können, bis eine Mondlandung in dieser Hinsicht möglich gewesen wäre. Und von den über zehntausend Personen, die mehr oder weniger direkt ins Apollo-Programm involviert waren, hätte einer sicher früher oder später geplaudert.

aldrin_apollo_11

Die zweite extrem verbreitete Verschwörungstheorie ist 9/11. Eines der klaren Zeichen, dass dies wirklich ein Inside-Job gewesen sei, sei der Einsturz eines nahe gelegenen Gebäudes, das aber nicht von Trümmern oder Flugzeugen getroffen wurde. Aber dieser Einsturz würde ja sofort eine Unklarheit liefern. Wie unprofessionell muss man von Seiten der US-Regierung vorgegangen sein, dass tatsächlich ein Gebäude zu viel eingestürzt ist. Genauer darauf eingehen möchte ich anderweitig nicht, aber auch hier darf man sich die Frage stellen, was das Motiv der USA gewesen sei. Denn um einen Krieg im nahen Osten zu lancieren reicht es (wie später bewiesen) durchaus Bildmaterial zu verfälschen.

Es ist also halbwegs aufschlussreich, wenn man auch etwas hinter die Kulissen zu sehen versucht und Motive und Interessen verschiedenster Seiten betrachtet und aufzuschlüsseln versucht, um bessere Prognosen zu tätigen und vergangenes besser zu verstehen.

Bild: Wikimedia

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