2016 wurden in der Schweiz 30 Personen durch Polizisten getötet

Das ist Schwachsinn, zum Glück. Doch es handelt sich nicht um eine Zahl, die ich mir ausgedacht habe. Würde nämlich eine gleiche Anzahl an Personen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl getötet, wie in den USA, wären die dreissig Ermordeten Realität. Denn im letzten Jahr wurden in den vereinigten Staaten 1155 Personen durch Polizisten getötet. Auf Deutschland übertragen wären es 295 Personen. Dank der Übertragung der Daten auf europäische Länder wird einem erst bewusst, wie gravierend die Problematik tatsächlich ist.

Um die Zahlen weiterhin in Kontext zu setzten: In der Schweiz wurde letztes Jahr eine Person von einem Polizisten getötet, ein Rekordhoch, in Deutschland waren es 2014 sieben Getötete. Auf der englischen Wikipedia gibt es Listen von Tötungen durch Polizisten in verschiedenen Ländern; Kanada, China, Deutschland, Sri Lanka, das vereinigte Königreich haben jeweils eine Liste, die USA hat zehn Listen, seit 2009 gar jährliche. Zusätzlich anzumerken wäre auch, dass in den USA mehr Schwarze getötet werden als Weisse. Natürlich gibt es mehr Weisse in den vereinigten Staaten, aber der Anteil an Schwarzen unter den getöteten ist höher, als der Anteil Schwarzer an der Gesamtbevölkerung.

„Im letzten Jahr wurden in den USA 1155 Personen durch die Polizei getötet“

Allgemein ist die Rolle der Polizei im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine Andere, als beispielsweise in Europa. Denn in den USA findet ein Militarisierung der Polizei statt; Panzerfahrzeuge werden angeschafft, genauso wie Langwaffen, SWAT-Teams werden extrem häufig eingesetzt. Die Polizei schüchtert ein, anstatt Freund und Helfer zu sein. Ein US-Amerikanischer Polizist greift schneller zur Schusswaffe, als ein europäischer zum Pfefferspray.

„Die USA steuert in eine völlig falsche Richtung und niemand scheint sich darum zu bemühen, dies zu verändern“

23ftouhi_xp-master768Es ist eine bedenkliche Entwicklung, die zeigt, dass die USA auch hier kein Vorbild sein kann. Ich pflege die USA als gescheitertes Land zu betrachten und solche Vorfälle unterstreichen diese Ansicht. Es fällt mir je länger je mehr schwer, die USA neutral zu betrachten. Und das hat sich dieses Land selbst zu verdanken. Es ist nirgendwo sonst akzeptabel, dass Polizisten teilweise aus rassistischen Motiven normale Bürger, die kein ein Verbrechen begangen haben, erschiessen. Und was fast noch schlimmer ist: Bei diesen 1155 Tötungen kam es bloss zu sechzehn Anklagen, wobei der angeklagte Polizist stets freigesprochen worden ist. In den allermeisten Fällen ist dies inakzeptabel. Es kann nicht sein, dass eine Behörde sosehr von Leuten zersetzt wird, denen es scheinbar egal ist, ob sie jemanden töten oder nicht. Ein gewisses (minimales) Verständnis kann ich allerdings auch noch aufbringen: Bei den liberalen Waffengesetzen dortzulande ist es nur logisch, dass Polizisten schneller zur eigenen Dienstwaffe greifen. Aber man macht sich lieber Gedanken zu Terroranschlägen, wovon die USA grösstenteils verschont geblieben ist. Amokläufe werden unter den Teppich gewischt. Ein Land, in dem solche Vorgänge stattfinden kann nicht lange überleben. Die USA steuert in die völlig falsche Richtung (was im übrigen meiner Meinung nach nicht an Trump liegt, die Entwicklungen, die das Land gefährden haben schon viel früher begonnen) und niemand scheint sich darum zu bemühen, dies zu verändern.

Bild: Paul Chiasson/ The Canadian Press (gefunden bei der NY-Times)

 

 

Zusätzlich noch eine Ankündigung: In den nächsten sieben Wochen werden hier keine Texte erscheinen. Konkret betrifft das folgende Daten: 26. 6., 30.6., 3.7., 7.7., 10.7., 14.7., 17.7., 21.7., 24.7., 28.7., 31.7., 4.8., 7.8., 11.8. Zum Einen, weil mir aktuell etwas die Motivation und die Zeit fehlt, zum anderen, weil ich explizit in diesen Wochen noch einiges zu erledigen habe und noch dazu ein bisschen Reise und bei dieser Gelegenheit auch lieber Anderes tue, als diesen Blog zu schreiben. Die Pause ist recht lange, aber ich habe regelmässig seit dem 1. März Beiträge veröffentlicht, sodass man mir glaube ich keinen Vorwurf machen kann. In den letzten Wochen habe ich durchaus gemerkt, dass mir langsam die Ideen ausgehen. Das halte ich aber eher für temporär und ich hoffe, nach der Pause mit neuer Inspiration weiterfahren kann. Falls jemand Themen vorschlagen möchte: Bitte sehr. Ich kann aber nicht versprechen Vorschläge umzusetzen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s